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Gefährliche Fehler im Arzneiverordnungs-Report 2001

DGS Aktuell



Aussagen zu Schmerzpatienten im Arzneiverordnungs- Report 2001 sind falsch und gefährlich. Dadurch könnten Gesundheitspolitiker und Kassen verleitet werden, die notwendigen Schritte zur Verbesserung der Versorgung zu unterlassen, warnt Dr. med. DIETRICH JUNGCK, Präsident des Verbandes Deutscher Ärzte für Algesiologie und DGS-Leiter Hamburg.
Der soeben erschienene Arzneiverordnungs- Report 2001, Herausgeber U. SCHWABE und D. PAFFRATH, enthält im Abschnitt "Schmerzpatienten" (Seiten 17 und 18) Feststellungen, die nicht zutreffen.
Es stimmt nicht, dass die "wichtigste Zielgruppe" für Opioidanalgetika "Tumorpatienten mit chronischen Schmerzen" sind. Unter den Patienten mit opioidpflichtigen Schmerzen stellen die mit Tumorschmerzen eine Gruppe unter vielen dar.
Alle Patienten, die Opioidanalgetika erhalten, mit Tumorschmerzpatienten gleichzusetzen ist wiederum falsch. Es ist auch falsch zu schließen, dass somit keine Unterversorgung mehr bestünde.
Es wäre zwar schön, wenn diese Behauptung stimmen würde. Nach wie vor besteht leider immer noch eine eklatante Unterversorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen - auch mit Opioidanalgetika.
80% erhalten nicht die Opioide der Stufe III
Von allen Patienten, die Opioidanalgetika der Stufe III (solche, die der Betäubungsmittel- verschreibungsverordnung unterliegen) benötigen, waren im Jahr 2000 nur 20,2% versorgt. Es besteht somit in diesem Bereich eine Versorgungslücke von rund 80%.
Aussagen, dass keine Unterversorgung mehr bestünde, stehen im krassen Widerspruch zu den Tatsachen. Sie schaden den betroffenen Patienten, die immer noch vergeblich auf mögliche Linderung hoffen.
Leider haben die Autoren diese Fakten, die ihnen zugänglich gemacht wurden, in ihrem Werk nicht berücksichtigt. Sie nehmen damit in Kauf, dass Gesundheitspolitiker und Kostenträger unter Berufung auf nicht zutreffende Aussagen die notwendigen Schritte zur Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung auch weiterhin unterlassen könnten.
Wir bitten alle Verantwortlichen, sich durch Fehlinformationen nicht beirren zu lassen, sondern sich bei den algesiologischen Fachgesellschaften kundig zu machen und im ernsthaften Bemühen um die Verbesserung der Versorgung von Schmerzpatienten fortzufahren.
DIETRICH JUNGCK, Hamburg

jungck.hh@t-online.de