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EBM 2000 plus - Schmerztherapie |
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Nähere Informationen zur PRESSEMITTEILUNG 6. Dezember 2001 Kassenärztliche
Bundesvereinigung |
| 07.12.2001 |
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| EBM 2000 plus -
Schmerztherapie |
| Sehr geehrter Herr Kollege
Köhler, |
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Iaus zahlreichen Gesprächen
und Schriftwechseln ist Ihnen bekannt, dass das
SCHMERZtherapeutische Kolloquium als größte europäische
Schmerzfachgesellschaft seit vielen Jahren die Standards in
der Schmerztherapie geprägt hat und über viele Jahre hinweg
auch an der Entwicklung der Gebührenordnungswerke EBM und
GOä maßgeblich mit ihrem Fachwissen beteiligt war. Im
August 2000 hatten Sie mir als Antwort auf mein Schreiben
vom 26.07.2000 zusichern lassen, das SCHMERZtherapeutische
Kolloquium werde in die Weiterentwicklung des EBM mit
seinem Fachwissen eingebunden und der zum damaligen
Zeitpunkt kommunizierte Entwurf des EBM sei sehr vorläufig,
die Weiterentwicklung würde in Zusammenarbeit mit unserer
Fachgesellschaft erfolgen. |
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Mit Schreiben vom 20.11.2001
erhalte ich nun eine Einladung zu einer Sitzung der
konzertierten Aktion mit den Berufsverbänden und freien
Verbänden der Bundesrepublik Deutschland. Der mir
inzwischen bekannt gewordene aktuelle Stand des EBM 2000
plus (stand 05. November 2001) ist allerdings, wie Sie
wissen, völlig ohne Zutun unserer Fachgesellschaft
entstanden. Die schon in unseren früheren Schreiben
mitgeteilten Unzulänglichkeiten dieses EBM-Entwurfs sind
hinsichtlich der Schmerztherapie weiterhin in diesem
Entwurf enthalten oder sogar verschärft. |
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Nach dem hier niedergelegten
Regelwerk besteht Schmerztherapie ausschließlich aus einer
unspezifischen Anamneseerhebung, einer weiteren Ziffer für
Differentialdiagnose und Therpieplanung sowie
anästhesiologischen Blockadeleistungen bzw. dem Anlegen
einer externen Medikamentenpumpe. Dies muß umso
unverständlicher sein, als Sie aus Ihrem früheren
Fachgebiet, der Anästhesie sehr gut wissen, dass
Schmerztherapie nicht mit Anästhesie gleichzusetzen ist. |
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Die zahlreichen, von uns
mehrfach vorgeschlagenen sinnvollen Ergänzungen finden sich
in diesem Werk nicht wieder. Insbesondere fehlen sämtliche
Betreuungsleistungen. Die Schulung von Patienten mit
opioidpflichtigen Schmerzen ist ebenso wenig enthalten, wie
die Austestung und Anleitung von transkutaner elektrischer
Nervenstimmulation. |
| Unbegreiflich bleibt, wie in dem Kapitel Neurologie
Betreuungsziffern in der häuslichen Umgebung (Nr. 1636 sowie Nr. 1637)
enthalten sind, entsprechende Leistungen für die Betreuung schwer
schmerzkranker Patienten jedoch völlig fehlen, wie auch entsprechende
Leistungen für die Betreuung von moribunden Karzinompatienten oder alten
palliativmedizinisch zu betreuenden Patienten. |
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Diese Leistungen
ausschließlich als hausärztliche Domäne zu reservieren
verhindert eine effektive Palliativmedizin, die ohne adäquate
Schmerztherapie völlig undenkbar ist. Weitere wichtige Inhalte wie
Analgetikaentzugsbehandlung, Austestung intrathekaler Pharmaka mit
tagesstationärer Betreuung, Schmerzbewältigungsstrategien und
entsprechende Gesprächsleistungen finden sich ebenfalls in dem
Gebührenordnungsentwurf nicht. |
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Die Kurzfristigkeit der
Einladung, die von Ihnen ohne detaillierte Inhalte des geplanten Entwurfes
versandt worden ist, lässt den Eindruck entstehen, hier solle eine
Alibiveranstaltung zum Abnicken durchgeführt werden und nicht wirklich
Sachverstand für die einzelnen Themen eingebracht werden. Dies ist nach
allen bisherigen Erfahrungen ja auch in dem großen Forum mit allen
Fachverbänden gar nicht möglich. |
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Angesichts der
Umbruchssituation im Gesundheitswesen glaube ich, sehr geehrter Herr Kollege
Köhler, dass wir sinnvolle medizinische Versorgung, die auf
ärztlichem Sachverstand beruht, nur werden erhalten können, wenn wir
innerärztliche Solidarität und Konsens herstellen können. Das
Ausgrenzen von Fachgesellschaften bei der Entstehung neuer Regelwerke ist
diesem Ziele sicherlich nicht dienlich. |
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Ich appelliere nochmals
dringend an Sie, die an Patienten orientierte notwendige Versorgung unter
Einbeziehung der relevanten Fachgesellschaften und Berufsverbände zu
gestalten, da anders die innerärztliche Solidarität nicht
herzustellen oder zu erhalten sein wird. |
| Mit freundlichen Grüßen |
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| Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe |
| Präsident Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. |