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Weiterbildung für Ärzte: Curriculum Palliativmedizin startet

DGS Aktuell


Eine spezielle Weiterbildung für Ärzte auf dem Gebiet der Palliativmedizin bietet das neue Curriculum Palliativmedizin, das erstmals vom Schmerztherapeutischen Kolloquium – Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. angeboten wird. Der erste Basiskurs, an dem Ärzte aus der ganzen Bundesrepublik teilnehmen, findet vom 20. bis 24. November in Wiesbaden statt.
(Wiesbaden) Die meisten Menschen wollen zu Hause sterben. Doch mehr als 70 Prozent sterben in einem Krankenhaus oder im Pflegeheim. Jährlich sterben über 500.000 Menschen in Kliniken, fast 170 000 in Alten- und Pflegeheimen – oft allein, anonym und unter Schmerzen.
Erst seit wenigen Jahren werden auch in Deutschland Strategien zur Kenntnis genommen, mit denen in anglo-amerikanischen Ländern Schmerzen und andere quälende Symptome in der letzten Lebensphase schon seit langem gelindert werden. „Allerdings hat diese Entwicklung in Deutschland nicht dazu geführt, Sterbenden die Möglichkeit zu eröffnen, ihre letzten Lebenstage in Würde zu Hause zu verbringen“, kritisiert Dr. med. Thomas Nolte, Vizepräsident des Schmerztherapeutischen Kolloquiums – Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. „Bis heute“, beschreibt der Wiesbadener Schmerztherapeut und Palliativmediziner auch die Ursache dieser Defizite, „fehlen ein abgestuftes, multidisziplinäres palliativmedizinisches Versorgungskonzept, qualifizierte Ärzte und Pflegedienste sowie entsprechende Strukturen in der Regelversorgung.“
„Wir brauchen in der Palliativmedizin eine überprüfbare Qualifikation für Ärzte und Pflegepersonal“, fordert Nolte. Darum hat das Schmerztherapeutische Kolloquium – Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. eine Qualifikation „Schwerpunkt Palliativmedizin“ für eine noch zu planende abgestufte Versorgung eingeführt. Gleichzeitig hat die Gesellschaft als ein Teil dieser Qualifikation ein Curriculum entwickelt, das Ärzten und Pflegepersonal eine dazu erforderliche Weiterbildung in 120 bzw. 160 Stunden bietet. Das „Curriculum Palliativmedizin“ entspricht den erarbeiteten und empfohlenen Inhalten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. und wird von der Landesärztekammer Hessen anerkannt.
Der erste Basiskurs findet vom 20. bis 24. November im Hospiz Advena in Wiesbaden statt. Auf der Agenda stehen – neben der Schmerztherapie – die Kontrolle verschiedener Symptome wie Angst, Depression, Verwirrtheit oder Magen-Darm-Störungen sowie ethische und sozialmedizinische Fragen. Auch heikle Themen wie Euthanasie, aktive und passive Sterbehilfe werden thematisiert.
Maximal 25 Teilnehmer können am Curriculum teilnehmen. Das Seminar war sofort ausgebucht. 100 weitere Ärzte stehen bereits auf der Warteliste. „Das ist ein erfolgreicher Start“, freut sich Nolte.
15.11. 2002

Pressestelle DGS

Barbara Ritzert,
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