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Presse - Meldungen 1999

DGS Aktuell


Gezielte Akuttherapie verhindert Schmerzchronifizierung
Akute Schmerzen können bei unzureichender Behandlung zu chronischen Schmerzzuständen führen. Bei lang anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Schmerzen verändert sich die gesamte Reaktionsbereitschaft des Zentralnervensystems. Neuere molekularbiologische und zellularbiologische Untersuchungen lassen vermuten, daß sehr starke Schmerzreize, die das ungeschützte Nervensystem wiederholt treffen sogar den Untergang einzelner Nervenzellen auslösen können.
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Schmerztherapie morgen - Probleme der neuen Budgetregelungen
Erste und vornehmste Aufgabe des Arztes war und ist es, Schmerz und Leid zu lindern. Hierzu braucht er die Unterstützung der Gesellschaft, ebenso wie die betroffenen Patienten auf die Solidarität der Gesunden und die Fürsorge der (Gesundheits-) Politiker angewiesen sind - und auf ihre Krankenkassen. Durch chronische Schmerzen gerät ein Patient in schlimmste Nöte, nicht nur in körperliche. Jetzt droht ihm die völlige Aufgabe der Solidarität. Schmerzlinderung, die möglich wäre, war bisher schon unzureichend verfügbar, jetzt ist sie aus fiskalischen Gründen weiter gefährdet, offenbar nicht gewollt.
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Schmerztherapie hilft - Interdisziplinarität schafft Effektivität
War die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome vor Jahren noch in der Einschätzung der etablierten Medizinerschaft eine Offensive zur Beschäftigung unausgelasteter Anästhesisten/innen, ist die qualifizierte, interdisziplinäre Schmerztherapie heute im Zusammenspiel der verschiedenen Fachrichtungen nicht mehr wegzudenken.
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Chronische Schmerzen - ignoriertes Leiden ohne Ende?
Warum medizinischer Fortschritt für chronische Schmerzpatienten kaum verfügbar wird.
Die Grundlagenforschung hat belegt, daß dem chronisch Werden von Schmerzen Lernprozesse zugrunde liegen, die - wie alle Lernprozesse - auf dem Wiederholen von Informationen beruhen. Maßgeblich beteiligt an diesen Erkenntnissen ist der diesjährige Träger des vom SCHMERZtherapeutischen Kolloquium verliehenen Ehrenpreises des Deutschen Schmerzpreises Prof. Walter Zieglgänsberger. Seine bahnbrechenden Arbeiten über zelluläre Lernvorgänge von Schmerzen haben deutscher Forschung auf diesem Gebiet zu internationaler Bedeutung verholfen.
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Ehrenpreis des Schmerztherapeutischen Kolloquiums für Walter Zieglgänsberger:
Chronifizierungsprozesse bei Schmerzen verstehen
Professor Walter Zieglgänsberger, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuropharmakologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, erhielt am Samstag, den 27. Februar 1999 auf dem Deutschen Schmerztag in Frankfurt den Ehrenpreis des Schmerztherpeutischen Kolloquiums 1999.
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Deutscher Schmerzpreis für Burkhart Bromm: Schmerzen "sichtbar" gemacht
Professor Burkhart Bromm, Direktor des Physiologischen Instituts der Universität Hamburg erhält am Samstag, den 27. Februar 1999 auf dem Deutschen Schmerztag in Frankfurt den Deutschen Schmerzpreis 1999.
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Schmerz bei Leistungssportlern: kontrollieren, nicht völlig ausschalten
Spitzenathleten brauchen den Schmerz als Warnsignal. Ärzte versuchen bei diesen Patienten daher, den Schmerz zu kontrollieren, ohne ihn völlig auszuschalten. Medikamente spielen bei der Behandlung eine untergeordnete Rolle. Wichtig sind hingegen Physiotherapie und physikalische Maßnahmen.
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Schmerz bei Freizeitsportlern: frühzeitig aktiv werden
Jeder vierte Freizeitsportler handelt sich bei seinen Aktivitäten mehr oder weniger anhaltende, schmerzhafte Beschwerden ein. Deren Behandlung ist jedoch in vielen Fällen nicht ausreichend und angemessen. Die Folge: Schonung statt Aktivität und das Risiko neuer Schäden.
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Sport - das Power-Placebo?
Der sogenannte Placebo-Effekt spielt in Wissenschaft und Medizin zwar eine große Rolle, ist aber nur wenig erforscht. Möglicherweise stößt Sport ähnliche Prozesse im Körper an, wie eine Scheinbehandlung.
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Frauen sind die klügeren Freizeitsportler
Etwa 41 Millionen Bundesbürger treiben in ihrer Freizeit Sport. Immerhin 28 Prozent davon wollen so auch Schmerzen bekämpfen oder vorbeugen, vor allem Frauen. Jeder vierte sportlich Aktive gibt an, sich schon einmal länger anhaltende schmerzhafte Beschwerden eingehandelt zu haben. Ein Drittel davon, also rund 3,7 Millionen Erwachsene, leidet noch heute an den Folgen. Allerdings nutzen zu wenige dieser Patienten Bewegung als Therapie. Dies belegt eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Deutschen Schmerztages.
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Neue Wirkstoffe, neue "Verpackungen", neue Therapieprinzipien
Die Palette der Medikamente für die Behandlung chronischer Schmerzen ist umfangreicher geworden. Neue Medikamente wurden entwickelt, bewährte Substanzen besser "verpackt" und aktuelle Forschungsergebnisse führen zu neuen Therapieprinzipien.
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Forschung als Treibstoff der Schmerztherapie: Das Schmerzgedächtnis löschen
Chronische Schmerzen müssen anders behandelt werden als akute. Denn im Nervensystem muß die Spur der Dauerpein, das tief eingebrannte Schmerzgedächtnis, gelöscht werden. Dazu brauchen Patient und Arzt vor allem viel Geduld und neue Strategien.
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Qualitätstest: Schmerztherapie nutzt den Patienten
Die Mitarbeit in einem ärztlichen Qualitätszirkel nutzt Medizinern und ihren Patienten mit chronischen Schmerzen gleichermaßen. Den Ärzten macht die Zirkelarbeit Spaß und führt zu Ergebnissen, die sich in der Praxis umsetzen lassen. Die Patienten profitieren von einer qualifizierten Diagnostik und Therapie: Ihre Schmerzen gehen zurück, die Lebensqualität steigt. Dies belegt eine Untersuchung von Christiane Zimmer und Professor Heinz-Dieter Basler vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Marburg.
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Schmerzliga im Aufwind
Rund 18.000 Patienten finden pro Jahr Rat und Hilfe bei der Deutschen Schmerzliga, einer Selbsthilfeorganisation für chronisch Schmerzkranke. Hinzu kommen bei einer steigenden Mitgliederzahl 50 regionale Selbsthilfegruppen in 42 Städten. Diese bieten betroffenen Patienten - bei Bedarf unterstützt von Schmerzspezialisten - eine Plattform für den Meinungsaustausch. Informationsveranstaltungen und Broschüren, damit sich Betroffene informieren können, ergänzen das Programm.
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Der schwierigste "Patient" der Schmerztherapeuten ist die Politik
In Deutschland haben mindestens 7,5 Millionen Menschen chronische Schmerzen. Etwa 640.000 leiden an problematischen Schmerzkrankheiten. Vor allem diese besonders schwer betroffene Patientengruppe muß von Spezialisten behandelt werden. Die medizinischen Konzepte sind vorhanden. Doch gesundheitspolitische Fehlentscheidungen verhindern, daß sie umgesetzt werden.
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Fortschritt in der Schmerzbehandlung, Stagnation in der ärztlichen Berufspolitik, kontraproduktive Gesundheitspolitik
Gute Noten erteilt Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident des Deutschen Schmerztages 1999, dem diagnostischen und therapeutischen Fortschritt in der Schmerzbehandlung. Weniger gut kommt in seiner Bilanz indes die ärztliche Berufspolitik weg, die aktuelle Gesundheitspolitik beurteilt er als "kontraproduktiv".
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