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Umfrage bei Schmerztherapeuten |
PRESSEMITTEILUNG12. DEZEMBER 2005
Der neue EBM schadet der Entwicklung der Schmerz- und PalliativmedizinDie ersten Schmerzpraxen ziehen sich aus der Versorgung zurück(Oberursel) Aufgrund deutlich sinkender Honorare erwarten Schmerz- und Palliativmediziner ab 2006 überwiegend Nachteile für ihre berufliche Situation und damit für die Patientenversorgung. Viele überlegen, sich aus der Schmerztherapie und Palliativmedizin zurückzuziehen. Dies ergibt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, an der sich knapp 200 Schmerztherapeuten und Palliativmediziner beteiligt haben. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie fordert darum die Kassenärztliche Bundesvereinigung zum Handeln auf. Trotz aller öffentlichen Aussagen der politisch Verantwortlichen, die Schmerztherapie unterstützen zu wollen, erwarten Schmerztherapeuten und Palliativmediziner Honorareinbußen von durchschnittlich 25 Prozent. Das belegt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie unter anerkannten Schmerztherapeuten und Palliativmedizinern. Beteiligt haben sich an dieser Umfrage rund 200 Ärzte. Aufgrund der geringen Zahl spezialisierter Zentren in Deutschland – etwa 400 –, hält der Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums Wiesbaden, Dr. Thomas Nolte, Vizepräsident der Gesellschaft, die Ergebnisse der Umfrage für sehr aussagekräftig. In Nordrhein-Westfalen (Aachen, Krefeld, Ennigerloh b. Warendorf) haben sich die ersten Schmerzpraxen aus der schmerztherapeutischen Regelversorgung zurückgezogen. Dies ist jedoch nur der Anfang. Weitere Praxen dürften folgen, wie die Umfrage belegt. Denn düster blicken die Mediziner in die Zukunft. Zwar ist das Bild weder regional noch bezogen auf Arztgruppeneinheitlich, gleichwohl überwiegt bei weitem die negative Prognose. Die Mehrzahl der Schmerz- und Palliativmediziner sieht sich mit drastisch sinkenden Honoraren konfrontiert – nur bei einigen wenigen wirkt sich der neue EBM 2000plus positiv aus. Entsprechend erwarten die Schmerzexperten gravierende Nachteile für die Versorgung der Patienten, da sich die ohnehin schon geringe Versorgungsdichte noch weiter verschlechtern wird.„Kein Arzt wird sich aktuell und in Zukunft im Bereich Schmerztherapie weiter engagieren, wenn er dafür so bestraft wird“, sagt Nolte. Zwar macht derzeit knapp die Hälfte der Ärzte, die an der Umfrage teilgenommen haben, noch unbeirrt weiter. Doch immerhin ein Drittel hat bereits die Zahl der betreuten Schmerzpatientenreduziert, jeder vierte Schmerztherapeut will sich 2006 aus der Versorgung zurückziehen. Einige Ärzte haben die Schmerztherapie bereits gestoppt. „Auf der einen Seite erklären die politisch Verantwortlichen, wie wichtig ihnen – etwa angesichts der aktuellen Debatte über Sterbehilfe – die kompetente und wohnortnahe Versorgung von Schmerz- und Palliativpatienten sei, auf der anderen Seite wird jenen Ärzten, die sich um diese Patienten kümmern wollen, die Existenzgrundlage entzogen“, kritisiert Nolte. Dies passe einfach nicht zusammen. „Darum fordern wir die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf, ihre Zusagen einzulösen, Schmerzpraxen, die durch das neue Leistungsverzeichnis EBM 2000plus Verluste erfahren, umgehend und rückwirkend zu stützen und diese Auswirkungen zu korrigieren“, erklärt Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. |
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