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Wenn ein Punkt die Schmerzen triggert

DGS Aktuell


Presse-Mitteilung
Nummer 07 • 10. März 2005

Wenn ein Punkt die Schmerzen triggert


Verhärtete Stellen in der Muskulatur, so genannte Triggerpunkte, sind eine häufige Ursache von Schmerzen im Bewegungssystem. Werden die Knötchen nicht behandelt, spielen sie bei der Entstehung chronischer Schmerzen eine Rolle und könnten vor allem auch an anderen Stellen des Bewegungssystems Beschwerden verursachen, erklären Wissenschaftler auf dem Deutschen Schmerztag.


Physiotherapeuten und Ärzte können sie tasten, Patienten spüren sie bei Druck ebenfalls: so genannte Triggerpunkte, die früher auch Myogelosen genannt wurden. Dabei handelt es sich »um eine überempfindliche Stelle in einem tastbaren verspannten Bündel von Muskelfasern«, erklärt der Neurobiologe Professor Siegfried Mense vom Institut für Anatomie der Universität Heidelberg.

Akute Triggerpunkte, die nicht behandelt werden, sind nach Meinung der Experten ein Grund für chronische Schmerzen am Bewegungssystem und vor allem Rückenschmerzen. Die Muskelknötchen entstehen etwa dann, wenn Muskeln ständig angespannt und nicht entspannt werden, beispielsweise an Computerarbeitsplätzen. Sie bilden sich in der Mitte der Muskelfaser, dort, wo eine Nervenendigung über eine »motorische Endplatte« Bewegungsimpulse an den Muskel übermittelt. Wird Druck auf den Triggerpunkt ausgeübt, empfindet dies der Patient als stark schmerzhaft – und er erkennt diesen Schmerz »als seine Beschwerden«, erklärt Mense.

Eine verhängnisvolle Kaskade … Eine überschießende Freisetzung des Nervenbotenstoffes Acetylcholin an der motorischen Endplatte steht vermutlich am Anfang. Die feinen Muskelfasern ziehen sich zusammen und bilden das verspannte Faserbündel. Wird der Muskel nicht entspannt, wächst sein Energiebedarf. Die Spannung quetscht jedoch die feinen Blutgefäße zusammen, eine Minderdurchblutung und damit eine Mangelversorgung des Muskels mit Nährstoffen ist die Folge. Nun werden Substanzen produziert, welche die Schmerzfühler aktivieren – der Muskel, genauer gesagt: der Triggerpunkt, beginnt zu schmerzen.
… und ihre weitreichenden folgen. Allerdings haben die Forscher inzwischen auch Hinweise, dass Triggerpunkte eine – im wahrsten Sinn des Wortes – weitreichende Wirkung haben können. Ein Triggerpunkt im Wadenmuskel kann etwa Beschwerden am Iliosacralgelenk, der Verbindung von Kreuz- und Darmbein, verursachen. Der Grund: »Der Schmerzimpuls aus dem Wadenmuskel springt im Rückenmark auf benachbarte Nervenzellen über, die Schmerzimpulse aus dem Kreuz weiterleiten«, formuliert Mense seine Hypothese.
Die beste Behandlungsmethode von Triggerpunkten ist die manuelle Therapie: Die Haut über dem Schmerzpunkt wird gekühlt, danach der Muskel gedehnt. Manche Experten nadeln die Punkte und Schmerztherapeuten injizieren Mittel zur örtlichen Betäubung, so genannte Lokalanästhetika.

Eine Untersuchung US-amerikanischer Forscher belegt, dass Patienten nach einer entsprechenden Anleitung durch ihren Physiotherapeuten die Triggerpunktbehandlung auch in Eigenregie zu Hause fortführen können. Schmerzen im Nacken und im oberen Rückenbereich können so gut gelindert werden.


Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. :
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