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Dokumentationssystem zur Qualitätssicherung in der Schmerztherapie |
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9. Oktober 2006 Ein neues vollelektronisches Dokumentationssystem der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie erleichtert die Diagnostik chronischer Schmerzen und verbessert die Kontrolle des Behandlungsverlaufs und erleichtert die Arbeit des Arztes: Auf einen Blick können Arzt und Patient erkennen, ob eine Behandlung greift. Chronischer Schmerz ist ein komplexes Krankheitsbild, das von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren beeinflusst wird. Entsprechend schwierig gestalten sich Diagnostik und Therapie: »Um eine Schmerzkrankheit in ihrer ganzen Komplexität und in all ihren Dimensionen diagnostizieren und behandeln zu können, brauchen wir spezielle Instrumente für die Erfassung und Dokumentation des Krankheitsverlaufes« sagt Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. »Die simple Frage ‘haben Sie Schmerzen und wie stark sind diese’ ist dafür nicht ausreichend«, betont der Göppinger Schmerztherapeut. Ein modulares System erleichtert die Arbeit des Arztes. Darum hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie ein elektronisches Dokumentationssystem entwickelt, das alle erforderlichen Daten zusammenführt, um die Arbeit des Arztes zu erleichtern und ihm eine aufwändige, manuelle Dokumentation zu ersparen. Basismodul ist der Deutsche Schmerzfragebogen, der von einer Experten-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) und der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) durch eine Untersuchung mit über tausend Patienten jetzt wissenschaftlich überprüft und verbessert wurde. »Dieser Schmerzfragebogen«, erklärt Müller-Schwefe, »wird für die umfassende Bestandsaufnahme vor Beginn einer schmerztherapeutischen Behandlung benötigt.« Erfasst werden nicht nur Dauer und Intensität des Schmerzes, sondern das Ausmaß der Beeinträchtigung, die Lebensqualität sowie weitere Dimensionen des Schmerzes. Für die Qualitätssicherung in der Schmerztherapie unverzichtbar. Hinzu kommt ein davon abgeleitetes Schmerztagebuch, das immer dann im Verlaufe einer Behandlung eingesetzt wird, wenn der Arzt die Behandlung verändert. Schmerzfragebogen und Schmerztagebuch füllt der Patient aus. Modul drei ist eine Zwischendokumentation, die vom Patienten ausgefüllt Schwere und schmerzbedingte Beeinträchtigung an einem Tag erfasst. Modul vier ist ein Datenblatt, auf dem der Arzt alle Therapiemaßnahmen dokumentiert – von der Medikation bis hin zur Hypnotherapie. Diese drei Dokumente werden per Scanner erfasst, vollautomatisch eingelesen und von einem speziell entwickelten Computerprogramm in Grafiken und Tabellen umgesetzt. Arzt und Patient können auf dieser Grundlage sehr schnell erkennen, was sich wie geändert hat. »Das System fördert die Transparenz und Qualitätskontrolle, es dient der Qualitätssicherung in der Schmerztherapie «, sagt Gerhard Müller-Schwefe. »Der Arzt kann besser erkennen, welche Folgen es für den Krankheitsverlauf und die Gesamtsituation des Patienten hat, wenn er eine bestimmte Behandlungsmaßnahme einleitet.« Die GAF mbH bietet Ärzten darüber hinaus eine komplette Auswertung der anonymisierten Patientendaten an. Die Schmerztherapie individualisieren. »Wenn wir in der Schmerztherapie mehr erreichen wollen, muss die Behandlung individualisiert und der Krankheitssituation des einzelnen Patienten angepasst werden«, erklärt Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga. »Um dies zu erreichen, ist ein differenziertes Bild der individuellen Situation eines Patienten durch eine umfassende Befunderhebung erforderlich.« In Zeiten einer evidenzbasierten Medizin müsse auch die Schmerzmedizin belegen, was sie leistet und welchen Stellenwert die einzelnen Therapiemethoden haben, so Koch weiter. Dafür sei die Dokumentation des Krankheitsverlaufes von großer Bedeutung. »Das Dokumentationssystem erleichtert die Arbeit des Arztes und fördert die Kommunikation zwischen Patient und Arzt.« Weitere Informationen:
www.deutscher-schmerzfragebogen.de und
www.gaf-consulting.de. |