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Osteoporose |
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Walzer oder
Tango - mit Schwung gegen den Witwenbuckel |
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"Wer rastet, der rostet" und nicht "Sport ist Mord" gilt bei der Osteoporose. Die Bedeutung der Bewegung für die Therapie und Prophylaxe dieser Volkskrankheit und die gravierenden Schäden der Immobilisation werden immer noch unterschätzt. Der Osteoporosepatient ist nur dann optimal versorgt, wenn die notwendige Bewegung in Eigeninitiative und in der Gruppe unter Beachtung der Belastungsgrenzen sowie die medikamentöse Therapie stimmen. Die adjuvante Physiotherapie bei der Osteoporose schildert Dr.med. Joachim Barthels, Facharzt für Physiotherapie und Leiter der DGS Bad Salzungen, beim Deutschen Schmerztag 2001. |
![]() Joachim Barthels, Bad Salzungen. |
| Alternierender Druckreiz |
| Der physiologische Reiz als notwendiger, funktionserhaltender Stimulus wird leider oft vernachlässigt. Für die Muskulatur ist der Kontraktionsreiz erforderlich, für den Knochen der alternierende Druckreiz. Dem müssen die Bewegungs- oder Sportarten Rechnung tragen. Nach SENN gibt es Zusammenhänge zwischen der Muskelkraft und der Knochenmasse bzw. -dichte. Erfolgt die Ganzkörperbelastung in adäquater Intensität und genügender Häufigkeit ist eine Erhaltung der Knochendichte bis ins Alter möglich. |
| Schmerz verhindert Bewegung |
| Schmerz verhindert Bewegung einschließlich ihrer physiologischen Adaptation. Eine wesentliche Voraussetzung für die Bewegung ist die Schmerzfreiheit oder -armut durch eine gezielte Schmerztherapie. Der Osteoporoseschmerz ist nur zum geringen Teil ein Knochenschmerz, meist ist dieser dem myofaszialen Schmerz durch Fehlstatik, Fehlhaltung oder Fehldynamik zuzuordnen. |

| Ziele der Bewegungstherapie |
| Die Bewegungstherapie gehört zur Basisbehandlung der Osteoporose. Ist es zur Manifestation einer primären Osteoporose gekommen, muss die notwendige Bewegung anfangs im Rahmen einer Krankengymnastik oder beim Behindertensport unter Berücksichtigung der reduzierten Belastbarkeit durchgeführt werden. Funktionelle Einschränkungen und strukturelle Veränderungen bestimmen die Ziele und den Inhalt der Kinesiotherapie. |
| Wesentliche Ziele der Physiotherapie bei Osteoporose sind |
| die Dehnung verkürzter Muskelgruppen (besonders M. pectoralis, M. iliopsoas), | |
| die Kräftigung abgeschwächter Muskelgruppen (besonders Bauch- und | |
| Gesäßmuskulatur, M. erector spinae der Brustwirbelsäule), | |
| Antigravitationsübungen / Förderung des Gleichgewichtes / | |
| Koordinationsübungen (u.a. zur Sturzprophylaxe), | |
| die Motivation der Patienten zum selbständigen Üben und | |
| die Integration der Patienten in eine Übungsgruppe / Selbsthilfegruppe. |

| Von der Hockergymnastik bis zur Selbsthilfegruppe |
| Die ersten Übungen sollten als Einzelübungen verordnet werden, um das Übungsrepertoire der Schmerzgrenze, der Belastbarkeit und dem Koordinationsvermögen anzupassen. |
| In Entlastung eignen sich hervorragend Übungen auf der Matte und die Hockergymnastik. |
| Die Motivation ist gezielt zu fördern, indem die Tagesstruktur der Patienten besprochen wird. Ideale Übungszeiten liegen nach der Überwindung der altersbedingten Morgensteife in den späten Vormittags-und Nachmittagsstunden. |
| Nach wenigen Behandlungen sollten die Patienten in eine entsprechende Therapiegruppe integriert werden, in der die Übungen mit den Vorteilen der Gruppenmotivation fortgesetzt werden. Durch Partner- und Gruppenübungen, Ballspielen, Schwimmen oder Tanztherapie ist das Übungsspektrum einfallsreich zu erweitern. Das Hauptproblem zur Beseitigung des Bewegungsmangels ist die Motivation, dieses kann am besten in der Gruppe gelöst werden. |
| Vom Patienten sollten alle Faktoren lebenslang akzeptiert und als Selbstverständlichkeit in den Alltag eingebaut werden. Wissen und Handeln sind die Grundpfeiler zur Selbsthilfe. |
JOACHIM BARTHELS, Bad Salzungen, Barthels@STK-ev.de |