| Chronisch Kranke
unwirtschaftlich |
| Es ist zu befürchten, dass der Patient mit
chronischen Schmerzen, dessen individuelles und multidimensionales
Krankheitsbild sich nicht genügend kodieren lässt, zu einem
unwirtschaftlichen Faktor wird. Erhöhter Betreuungsaufwand,
interdisziplinärer Personaleinsatz und längere Liegezeit werden aller
Voraussicht nach ungenügend vergütet werden. |
In der Praxis kann dies dazu führen, dass Patienten mit dem
Risikofaktor chronischer Schmerz auf elektive operative Eingriffe länger
warten und dass sie überhaupt Kliniken finden müssen, die sie auf
eine Warteliste setzen. In Krankenhäusern wurde schon immer Schmerz
verursacht, aber auch bekämpft, häufig genug nur ungenügend. Der
Erkenntnis, dass problematischer akuter Schmerz zu einem verzögerten
Heilungsverlauf, zu kardiopulmonalen Komplikationen und zu einer längeren
Krankenhausverweildauer führen kann, ist es zu verdanken, dass Akut-
Schmerzdienste eingerichtet wurden. Eine komplexe Akutschmerzbehandlung kann
nur über die Erweiterung des OPS 301 (8919) kodiert werden.
Inwieweit sie sich in der Vergütung niederschlägt, ist unklar. Der
ökonomische Druck wird zu einer Reduktion der Krankenhausverweildauer
führen.
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| Auf Patienten mit Schmerzproblemen kann dabei keine
Rücksicht genommen werden. Sie werden in nicht oder ungenügend
vorhandene Versorgungsstrukturen entlassen und müssen mit ihrer
Problematik allein zurecht kommen. Eine qualifizierte ambulante
schmerztherapeutische Versorgung wird die Ausnahme sein. Einer
Schmerzchronifizierung ist damit der Weg geebnet. Die Kliniken werden mehr
Schmerzkranke produzieren. Der volkswirtschaftliche Schaden wird erst in
einigen Jahren deutlich werden. |