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G. Müller-Schwefe,
Göppingen
15 Jahre Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie

Mit über 3000 Mitgliedern hat sich das SCHMERZtherapeutische Kolloquium seit seiner Gründung vor 15 Jahren inzwischen zu einer der größten algesiologischen Fachgesellschaften Europas mit einem fast schon flächendeckenden Netz interdisziplinär arbeitender Schmerzzentren entwickelt. Die Erfolgsstory der DGS schildert Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen, Präsident des SCHMERZtherapeutischen Kolloquiums.
vor 14 Jahren lernte ich THOMAS FLÖTER zum erstenmal näher kennen. Nach einer Fortbildungsveranstaltung in Würzburg saßen wir bei einem guten Glas Wein zusammen und THOMAS FLÖTER machte mir Mut, trotz aller Kassen- und KV-Widrigkeiten die gerade neu gegründete Schmerzpraxis nicht gleich wieder an den Nagel zu hängen. Die brachliegende Versorgung chronisch Schmerzkranker könne nur durch Engagement, konsequente interdisziplinäre Zusammenarbeit und schmerztherapeutische Fortbildung verbessert werden.
Ein Jahr zuvor hatte er zusammen mit DIETRICH JUNGCK und einer Handvoll Gleichgesinnter das SCHMERZtherapeutische Kolloquium gegründet.
Weder war mir damals die Genialität seiner Vision bewußt, ein flächendeckendes Netz interdisziplinär arbeitender Schmerzzentren zu errichten, noch kannte ich seine schier unglaubliche Energie, seine Kreativität, wenn es darum ging, Schmerztherapie in Ausbildung und Versorgung zu etablieren, wie auch seine Bereitschaft, Erfahrungen in allen Bereichen zu teilen.
Heute, 15 Jahre nach der Gründung, sind viele dieser Visionen Realität geworden und die Geschichte des SCHMERZtherapeutischen Kolloquiums liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: Wurde 1984 die Existenz von Schmerzpatienten von ärztlichen Standesvertretern noch überwiegend bestritten und diese als "Erfindung arbeitsloser Anästhesisten" dargestellt, ist heute die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" in den meisten Landesärztekammern Bestandteil der Weiterbildungsordnung geworden (auf Initiative der DGS gemeinsam mit der DGSS 1996 vom Deutschen Ärztetag eingeführt).

Die Gründer der DGS

Thomas Flöter,
Frankfurt.

Dietrich Jungck,
Hamburg.

Meilensteine der Schmerztherapie
Vorausgegangen war die Definition von algesiologischen Standards und Qualifikationsanforderungen sowie eine beispiellose Fortbildungsarbeit mit bis zu 150 Veranstaltungen jährlich, da schmerz-
therapeutische Weiterbildung in universitären Strukturen nicht gelehrt wurde.
Die Inhalte dieser Fortbildungen wurden zur Grundlage des "Curriculums Spezielle Schmerztherapie", das heute bundesweit anerkannte Grundlage für die Zusatzbezeichnung ist.
Die verbandsinterne, anspruchsvolle Qualifikation Algesiologe DGS stand bei der bundesweit ersten, 1991 in Hamburg eingeführten SchmerztherapieGesellschaftbarung Pate.
Ein wichtiger Meilenstein war dann die 1994 bundesweit erreichte SchmerztherapieGesellschaftbarung mit den Ersatzkassen, die erstmals versprach, daß Schmerztherapeuten ihre Arbeit nicht mehr nur als schlecht bezahltes Hobby verstehen sollten.
Die enge Verbundenheit zu der Grundlagenforschung dokumentiert der seit 1986 jährlich vom DGS vergebene Deutsche Schmerzpreis - Deutscher Förderpreis für Schmerztherapie und Schmerzforschung.
Am 7.12.1994 verabschiedete die gemeinsame K o m m i s s i o n DGSS/DGS gemeinsame Definitionen und Standards in der Schmerztherapie (veröffentlicht in DGS 1/95).
Der Schmerztherapieführer Deutschland hat sich zu einem wichtigen Nachschlagewerk im Gesundheitswesen entwickelt.
Die standardisierten Dokumentationsinstrumente "Schmerzfragebogen DGS" sowie "Heidelberger Schmerztagebuch" sind die meistbenutzten evaluierten Arbeitsmaterialien im Bereich der Schmerztherapie geworden.
Die Zeitschrift DGS, deren 15. Jahrgang Sie gerade in Händen halten, ist das meistgelesene deutschsprachige Schmerzjournal.
Am Anfang stand die Idee der allen Fachgebieten offenen interdisziplinären Zusammenarbeit. Heute sind die an allen 67 regionalen Schmerzzentren regelmäßig durchgeführten interdisziplinären Schmerzkonferenzen zwingende Voraussetzung zur Teilnahme an der SchmerztherapieGesellschaftbarung.

Die für derartig vielfältige Aktivitäten notwendige Unterstützung erhielt das DGS von vielen Förderern der Schmerztherapie, insbesondere von unserem Hauptsponsor der Firma Gödecke AG / Parke-Davis GmbH, Freiburg, mit Herrn ULRICH KÖPFER.
Hierfür herzlichen Dank!


Ulrich Köpfer, Gödecke
AG / Parke-Davis GmbH.

Leitet die Geschäftsstelle:
Edeltraud Müller,
Geschäftsführerin der DGS.

Ganz besonderer Dank gilt auch der Geschäftsführerin des SCHMERZtherapeutischen Kolloquiums, Frau EDELTRAUD MÜLLER, die mit unermüdlichem Einsatz die vielfältigen Aktivitäten unserer Gesellschaft koordiniert.
Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen, haben durch Ihre Mitgliedschaft das DGS (mit 3 327 Mitgliedern) zu einer der größten Schmerzgesellschaften Europas gemacht und die Richtigkeit des Konzeptes der Gründer bestätigt.
Ihnen allen, ganz besonders aber THOMAS FLÖTER und DIETRICH JUNGCK, gilt mein herzlicher Dank!
GERHARD MÜLLER-SCHWEFE, Göppingen



Wichtige Stationen der letzten 15 Jahre DGS
Gründung des SCHMERZtherapeutischen Kolloquiums e.V. 1984
Definition von Schmerzpatienten und Schmerztherapie
Erarbeiten von Qualifikations- und Qualitätskriterien
Gründung regionaler SCHMERZtherapeutischer Schmerzzentren (zur Zeit 67)
Durchführung von praxisbezogenen und theoretischen Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen
Jährliche Verleihung des Schmerzpreises - Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie seit 1986
Gründung des Verbandes Deutscher Ärzte für Algesiologie e.V. - Berufsverband Deutscher Schmerztherapeuten 1988
Durchführung von algesiologischen Basisseminaren seit 1989
Aufnahme schmerztherapeutischer Leistungen in die Gebührenordnungen 1987
Verbandsinterne Qualifikation - z. B. als Algesiologe DGS/DGFA/DGSS
Gesellschaftbarung über die Behandlung chronisch schmerzkranker Patienten Hamburg seit 1991, - bundesweit für Ersatzkassen seit 1994
Verbesserung der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung für Schmerzpatienten
Einführung des Begriffs "opioidpflichtige Schmerzen" (Jungck) 1992
Definition algesiologischer Standards (gemeinsam mit der DGSS) 1994
Jährliche Herausgabe des "Schmerztherapieführers Deutschland" seit 1996
Einführung der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" durch den Deutschen Ärztetag Juni 1996
Anschließend Einführung der Zusatzbezeichnung in vielen Ärztekammern (leider nicht in allen)
Einführung der verbandsinternen Qualifikation "Schwerpunkt Schmerztherapie" 1997
Einführung der verbandsinternen Qualifikation "Algesiologische Fachassistenz" 1997




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