![]() Winfried Hoerster, Gießen. |
Urlaubsmitbringsel
Fibromyalgie? ist sie auch noch ansteckend? Eine Fibromyalgie kann in seltenen Fällen beide Ehepartner treffen, aber eine Ansteckungsgefahr besteht bei diesem Symptomenkomplex mit den unterschiedlichsten Funktionsstörungen im Regelfall nicht. Sekundäre Fibromyalgien auf dem Boden anderer Grunderkrankungen gibt es zwar, aber auch nach Tropenaufenthalt ist eine familiäre Häufung einer Fibromyalgie extrem unwahrscheinlich, berichtet Dr. med. Winfried Hoerster, Gießen. Das Krankheitsbild der Fibromyalgie steckt aber nach wie vor voll ungeklärter Fragen, und eine diagnostische Unsicherheit bleibt leider oft bestehen. | |
| Ist bekannt, ob die Fibromyalgie innerhalb von Familien oder bei Ehepartnern gehäuft auftritt? | |
| Gibt es Berichte über Zusammenhänge zwischen Tropenerkrankungen oder anderen exogenen Noxen und dem Auftreten von Fibromyalgien? | |
| Dr. med. WINFRIED HOERSTER, Gießen: Über eine Häufung der Fibromyalgie bei Ehepartnern ist nichts bekannt. Eine Disposition, die familiär gehäuft auftritt, wird vermutet. Eine Vererbung im klassischen Sinn gibt es nach heutigem Wissensstand nicht. |
| Mehrere Erforscher des generalisierten Fibromyalgiesyndroms gehen von einer besonderen Persönlichkeitsstruktur aus, die aus einer Veranlagung im ungünstigen Falle zu einer Erkrankung führt. Die Veranlagung mag vererbbar sein. Klare Nachweise, wie z.B. bei den Migränefamilien, gibt es jedoch nicht. LASER (1996) geht davon aus, daß eine gewisse Disposition vorhanden sein muß, damit aus einem Prodromalstadium - als solches führt er die muskuläre Dysbalance im Sinne von JANDA (1979) an - nach vielen Jahren das Teil- oder Vollbild eines Fibromyalgiesyndroms wird. |
| Unabtrennbar zu dieser Disposition gehören allgemeine Minderbelastbarkeit, reduziertes Leistungsvermögen und vermindertes adäquates Reaktionsvermögen auf Streß, auch verbunden mit Dysbalancen im Hormonhaushalt mit unterschiedlichsten Ausprägungen. Da es sich bei der Fibromyalgie um einen Symptomenkomplex unterschiedlichster funktioneller Störungen und weniger um ein klar definiertes Krankheitsbild handelt, ist eine familiäre Häufung bisher jedenfalls nicht beweisbar. Die in letzter Zeit vermehrt vertretene Ansicht, die Fibromyalgie sei eine psychische Erkrankung, wird von zahlreichen Forschern entschieden bestritten; u.a. MÜLLER (1991, 1997), LASER (1996). Die Hauptursache wird von MÜLLER den Wirbelsäulenerkrankungen zugeschrieben. |
| Die beim aktiven Typus vorherrschende, fast krampfhafte Betriebsamkeit trotz mangelnder Belastbarkeit mit einer übertrieben aufopfernden Grundhaltung und der Unfähigkeit zur äußeren und inneren Entspannung, verbunden mit dem deprimierenden Gefühl der mangelnden Anerkennung, bringt ganz sicher familiäre spannungsgeladene Konfliktsituationen, die möglicherweise als familiäre Häufung der Fibromyalgie fehlgedeutet werden. |
| Nach wie vor besteht ein Gefühl der Unsicherheit bei der Diagnose und Bewertung des Leidens, die eine Beantwortung der Fragen so schwierig und unbefriedigend macht. |