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Edwin Klaus,
Würzburg.
Therapeutische Lokalanästhesie
Tips und Tricks

Diagnostische Blockade und therapeutische Serie
- Sinn und Unsinn?


Müssen diagnostische Blockaden die Beschwerden zum Verschwinden bringen, und muß eine therapeutische Serie von zehn bis zwölf Behandlungen absolut erfolgreich sein? Die Erwartungen an die therapeutische Lokalanästhesie sollten nach Ansicht von Dr. med. Edwin Klaus, Leiter der DGS Würzburg, gerade bei chronischen Schmerzsyndromen nicht zu hoch gesteckt werden.
Sinnvoll sind Blockaden und therapeutische Serien mitunter auch dann schon, wenn sie die Beschwerden - z. B. auch chronische Rückenschmerzen - deutlich lindern.


uch eine diagnostische Blockade darf nicht so puristisch interpretiert werden, daß nach ihr die Beschwerden absolut verschwinden müssen. Es ist bereits durch eine leichte Besserung nach diagnostischer Blockade bei chronischen Schmerzen legitim, aus dieser leichten Besserung eine therapeutische Serie abzuleiten. Darüber hinaus muß berücksichtigt werden, daß in chronischen Fällen zumeist nicht eine Monostruktur, sondern Strukturketten für das Gesamtbild verantwortlich sind, daß also in die Therapie die exakt analysierten Strukturen einbezogen werden müssen - als Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
Zwar wird in den akademischen Lehrbüchern empfohlen, daß eine therapeutische Serie von zehn bis zwölf Behandlung einen Erfolg haben muß. Sollte aber nach einer Serie von zirka zehn Behandlungen nur ein Teilerfolg beobachtet werden oder eine Besserung nur durch ständige Wiederholung auch über die zehn Behandlungen hinaus sich einstellen, ist eine Fortführung der Therapie legitim.
Denn auch diese Therapie muß unter Umständen, ähnlich einer medikamentösen Therapie, über einen sehr langen Zeitraum fortgesetzt werden.
Es gibt nun einmal Patienten, die unter Umständen auf eine lebenslange Betreuung durch Injektionsverfahren angewiesen sind, wenn andere Verfahren nicht greifen, wenn die Nebenwirkungen anderer Methoden zu belastend sind oder ganz einfach, wenn die Injektionstherapie dokumentiert diejenige Therapie ist, die dem Patienten nützt und er sie natürlich akzeptiert.
Die therapeutische Lokalanästhesie ist eine Präzisionsarbeit, die richtig durchgeführt werden muß. Dies setzt im Vorfeld eine möglichst umfassende, klare Strukturanalyse voraus. Nur diese Strukturanalyse schafft die Voraussetzung für eine ebenso präzise Injektionstherapie, die in vielen Fällen dann doch äußerst erfolgreich ist.
TLA auch bei Rückenschmerzen
Wenn auch immer wieder behauptet wird, die therapeutische Lokalanästhesie helfe nicht bei Rückenschmerzen, so widerspricht das einfach der täglichen Erfahrung praktisch tätiger Schmerztherapeuten. Patienten und Ärzte sollten sich von solchen Schauermärchen in Boulevardblättern nicht verunsichern lassen. Natürlich vorausgesetzt, daß die therapeutische Lokalanästhesie kompetent und präzise durchgeführt wird, sind damit auch im Bereich von chronischen Rückenschmerzen beachtliche Erfolge zu erwarten. Ergänzende Voraussetzung ist wiederum die gekonnt durchgeführte Strukturanalyse irritierter Zonen.
Weitere Tips für die therapeutische Lokalanästhesie (TLA)
Haben auch Sie Anregungen/Erfahrungen mit der TLA, die Sie an unsere Leser weitergeben wollen? Schreiben Sie der Redaktion, Stichwort TLA! Weitere Anregungen zu den Techniken und Sicherheitsproblemen bei der TLA folgen in den nächsten Heften.
EDWIN KLAUS, Würzburg



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