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Mehr Palliativmedizin in der Kardiologie

erzversagen nimmt ab 75 Jahren dramatisch zu und stellt eine der chronischen Krankheiten dar, die die Lebensqualität beeinträchtigen und häufig zu Atemnot, Schmerzen, Übelkeit und Obstipation führen. Viele dieser Symptome sind ebenso quälend wie bei Krebspatienten und werden von den behandelnden Kardiologen aber oft nicht adäquat behandelt. 42% von 263 Patienten mit Herzversagen litten nach der Support-Studie an schweren Schmerzen, 40% der Patienten hatten noch große kardiologische Interventionen in den letzten drei Tagen ihres Lebens.
Aufgrund dieser Daten ist es höchste Zeit, so fordern die britischen Palliativmediziner LOUISE M. GIBBS,
JULIA ADDINGTON- HALL und J. SIMON GIBBS, daß die Kardiologen mit den Palliativmedizinern enger zusammenarbeiten und die Palliativmedizin nicht nur bei Krebskranken und AIDS-Patienten ihre Spezialkenntnisse zum Einsatz bringt.
Es gibt bislang anekdotische Berichte, daß Palliativmediziner mit ihren Erfahrungen an Krebskranken auch die Patienten mit Herzversagen sehr erfolgreich betreut haben.
Bisher wären die Hospize aber allein mit der Anzahl dieser Patienten überfordert, und langfristig werden andere, differenzierte Therapiemodelle für dieses Krankheitsbild benötigt, schränken die britischen Palliativmediziner ein. Zum Beispiel sterben diese Patienten weit häufiger als Krebskranke sehr plötzlich ohne eine klar definierte Terminalphase.
LOUISE M. GIBBS, JULIA ADDINGTON- HALL und J. SIMON GIBBS: Dying from heart failure: lessons from palliative care. Brit. Med. J. 317, 961- 962, 1998.


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