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Spezielle Schmerztherapie auch in Westfalen-Lippe
Die vom Deutschen Ärztetag 1996 verabschiedete Empfehlung, die "Spezielle Schmerztherapie" als Zusatzbezeichnung in die Weiterbildungsordnung aufzunehmen, wurde von der Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe am 26.4.1997 beschlossen. Nun wurde am 14.5.99 die ministerielle Genehmigung beim aufsichtsführenden Gesundheitsministerium ausgesprochen, so daß die neue Weiterbildungsordnung nach Veröffentlichung im Ministerialblatt in Kraft tritt. Die entsprechende Veröffentlichung kann laut der Aufsichtsbehörde ab Ende des zweiten Quartals dieses Jahres erwartet werden.

Muskelschmerzen bei Eßstörungen
Hinter schweren Muskelschmerzen nach Belastung, die weder auf NSAR noch auf Paracetamol und Codein ansprechen, kann sich bei Patienten mit Bulimie oder anderen Eßstörungen auch eine lebensbedrohliche Rhabdomyolyse verbergen, warnen CRAIG NIELSEN und PETER MAZZONE. Sekundäre Rhabdomyolysen drohen schnell bei Hypokaliämien durch Diuretika oder Laxanzienabusus und bei einseitiger Ernährung (Lancet 353, 1999, 1062).

An Schmerzen denken tut weh
Bereits der Gedanke an schmerzhafte Erfahrungen, wie z.B. den letzten Zahnarztbesuch, löst Schmerzen aus. Britische und kanadische Forscher um ALEXANDER PLOGHAS et al., Oxford, entdeckten derartige Schmerzengramme im mittleren Frontallappen, der Hirnrinde und dem Kleinhirn in der Nähe der "echten" Schmerzzentren. Die Schmerzen beim Anblick eines Zahnarztbohrers beruhen also nicht auf bloßer Einbildung, sondern sind durchaus physiologisch nachweisbar (Science, Heft 284, 1999, 1979).

Information zum Schmerz
Die Broschüre "Der Schmerz - Wissenswertes und Behandlung" kann bei der Deutschen Schmerzliga, Roßmarkt 23, 60311 Frankfurt am Main, gegen den Unkostenbeitrag von DM 5,- plus Versandkosten von interessierten Ärzten und Laien angefordert werden.

Mit PENS gegen Rückenschmerzen
Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen kann die perkutane elektrische Nervenstimulation (PENS) Schmerzen effektiver lindern und bessere funktionelle Ergebnisse liefern als die TENS-Therapie, berichten PAUL F. WHITE et al. nach einer randomisierten Cross-over-Studie an 60 Patienten (JAMA 281, 1999, 818-823).

Fulminantes Leberversagen durch Cox-2-Inhibitor
Nimesulid, ein neues NSAR mit selektiver Cox-2-Hemmung, verspricht zwar weniger gastrointestinale Nebenwirkungen, kann allerdings dafür ein fulminantes Leberversagen auslösen, warnen P. A. MCCORMICK et al., die den Fall einer 58jährigen Patientin schildern, die diesen Cox-2-Inhibitor gegen Rückenschmerzen verordnet bekam. Es entstand dadurch ein tödliches Leberversagen mit massiven Leberzellnekrosen, das vermutlich durch das NSAR ausgelöst wurde. Auch die Cox-2-Inhibitoren besitzen eine Hepatotoxizität, und eine Therapie sollte sofort abgebrochen werden, wenn es zu Leberenzymanstiegen unter der Therapie kommt (Lancet 353, 40-41, 1999).

Homöopathie praxisnah im Loseblattwerk
"Homöopathie für Allgemein-und Fachpraxen" wurde im Spitta Verlag von Dr. med. DIETER GABANYI als Loseblattsammlung übersichtlich und anschaulich herausgegeben. Neben den vier Hauptkapiteln "Therapie, Arzneimittellehre, Arbeitshilfen und Grundlagen" bietet das Kapitel "Wegweiser" mit einem Autorenverzeichnis und Abkürzungsverzeichnis einen didaktisch gelungenen Einstieg in diese Naturheilmethode.

Migränetherapie im Taschenbuchformat
In der Reihe "Optimierte Arzneimitteltherapie" ist soeben das Buch "Migräne" von HANS-CHRISTOPH DIENER erschienen. Auf 110 Seiten werden Akuttherapie, Prophylaxe, nicht-medikamentöse Therapien und die verschiedenen Modelle der Migräne von dem Essener Experten kurz und prägnant erläutert (ISBN-Nr. 3-540- 63950-0, Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, DM 39,80).

Sumatriptan nicht immer kunstgerecht eingesetzt?
Sumatriptan wird nach einer dänischen Studie von DAVID GAIST et al. in der Praxis nicht nur bei Migräne, sondern zunehmend auch bei Spannungskopfschmerzen und chronischen Kopfschmerzsyndromen mit Analgetikamißbrauch eingesetzt. Durch dieses ausgedehnte Indikationsspektrum erklärt sich auch eine relativ geringe Ansprechrate von nur 54% bei insgesamt 435 Patienten. Besonders gering (33%, also nur noch jeder dritte Patient profitierte) ist die Responserate nach dieser Untersuchung dann, wenn Sumatriptan in hohen Dosierungen (mehr als 60 Einheiten in 30 Tagen) verordnet wurde ( Brit. Med. J. 316, 1352-1353, 1998).


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