| Pharmakologie und
Kinetik |
| Das Prodrug Parecoxib* wird nach i.v.- oder i.m.-Injektionen
schnell in die wirksamen Metaboliten, vor allem Valdecoxib, hydrolysiert. Diese
Umwandlung erfolgt unabhängig von Leberund Nierenfunktion. Nach
i.v.-Applikation von 40 mg setzt die Wirkung bereits nach sieben bis zehn
Minuten ein und dauert 12 bis 24 Stunden. |
| Die gastrointestinale Verträglichkeit von Parecoxib ist in
zahlreichen Studien mit Plazebo vergleichbar. Dies erklärt sich durch die
gegenüber Cox-1 um 33.000 mal höhere Cox-2-Selektivität von
Valdecoxib. (Zum Vergleich: Celecoxib besitzt eine 1000mal höhere
Cox-2-Affinität, Diclofenac eine 3mal höhere Cox-1-Affinität,
ASS gar eine 10mal höhere Cox-1-Affinität). |
| Die Serumhalbwertszeit von Valdecoxib beträgt 8 12
Stunden, die Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal. |
 *
unter dem Warenzeichen Dynastat® im
Handel.
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| Off-Label-Use hilft
Kosten sparen |
| Parecoxib ist in Europa zur Kurzzeittherapie bei postoperativen
Schmerzen zugelassen. |
| Aufgrund seiner hohen Cox-2-Selektivität sowie seines
Sicherheitsprofils und des schnellen Wirkeintritts erscheint es jedoch für
alle Indikationen sinnvoll, bei denen eine schnelle Hemmung von
Entzündungsmediatoren bei parenteraler Applikation sinnvoll
erscheint. |
| Erste Erfahrungen im akuten Migräneanfall zeigen bei
i.v.-Gabe eine Triptanen vergleichbare Wirksamkeit bei längerer
Nachhaltigkeit der Wirkung und wesentlich geringeren Kosten. |
| Gleiches gilt für die Mobilisation und Rehabilitation bei
teilweise versteiften Gelenken. Nach eigenen Erfahrungen ermöglichen 80 mg
Parecoxib i.v. gegeben die passive Mobilisation und aktive Rehabilitation
teilversteifter Kniegelenke nach operativen Eingriffen, die andernfalls eine
Narkosemobilisation notwendig gemacht hätten. |
| Auch in der Palliativmedizin sind die parenterale
Applikationsform und lange Wirkdauer von Parecoxib bei hoher gastrointestinaler
Sicherheit von Vorteil. |
| 12,5 :
97,5 |
| Dieses Verhältnis kennzeichnet nach MICHAEL ÜBERALL (Göppinger Schmerztage 2002) die
Verordnungshäufigkeit selektiver Cox-2-Hemmer bei gesetzlich
Krankenversicherten zu Privatversicherten. |
| Angesichts des hohen, Einnahmedauer und Alters-unabhängigen
gastrointestinalen Risikos unselektiver Cox-Hemmer (bundesweit jährlich
ca. 3000 Tote alleine durch NSAR-induzierte gastrointestinale Blutungen), sowie
der Forderung von Bundesgesundheitsministerin SCHMIDT, dass es keine Einschränkungen in
der Versorgung von Schmerzpatienten geben werde, erscheint dies
skandalös. |
| Aber nicht nur unter straf- und haftungsrechtlichen
Gesichtspunkten, sondern auch unter dem Aspekt globaler Wirtschaftlichkeit und
Effizienz sind innovative Cox-2-Hemmer, wie das injizierbare Parecoxib,
sinnvoll. |
GERHARD MÜLLER-SCHWEFE, Göppingen
 gerhard.mueller-schwefe@mueller-schwefe.de |