chmerz-Fragebögen sind unverzichtbarer Bestandteil der
Schmerzanalyse bei Patienten mit chronischen Schmerzen und Schmerzkrankheiten.
Sie sind etabliert, von den Fachgesellschaften gefordert und für
Vertragsärzte zwingender Bestandteil der Versorgung von Schmerzpatienten,
wenn sie an den Schmerztherapie-Gesellschaftbarungen teilnehmen wollen. Wir sind
sicher, dass bei vielen Patientinnen und Patienten die Chronifizierung
vermieden oder in der Frühphase aufgehalten werden könnte, wenn auch
bei akuten oder neu aufgetretenen Schmerzen eine exakte Schmerzanalyse
durchgeführt werden würde, die sowohl die Lokalisation der Schmerzen,
deren Stärke und deren Art erfasst. Mit großer Wahrscheinlichkeit
könnten auch Erwägungen von operativen Eingriffen vermindert werden,
wenn auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass z.B. keinesfalls
radikuläre Schmerzen vorliegen. |

Akut-Schmerz-Fragebogen zum herunterladen als PDF-Datei * |
Immer wieder wurde darüber geklagt, dass für eine
solche Schmerzanalyse die bisher zur Verfügung stehenden
Schmerz-Fragebögen weniger oder nicht geeignet sind, weil zum
Ausfüllen die notwendige Zeit und Ruhe fehlen und weil viele Fragen dieser
Bögen nur bei chronischen Schmerzen relevant sind, so z.B. die Fragen nach
Vorbehandlungen und Vorbehandlern, Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten. Andere
Bestandteile der Fragebögen sind auch bei Akutschmerzen unverzichtbar, so
das Körperschema, Angaben zum Schmerzbeginn und zur Beschreibung der
Schmerzen, außerdem die visuelle Analogskala zur Erfassung der
Intensität der Schmerzen. |
| Wir haben deshalb vor einem Jahr einen alltagstauglichen kurzen
Fragebogen entworfen, der die Vorteile der bisherigen Schmerz- Fragebögen
nutzt, aber zum Ausfüllen nur sehr wenig Zeit erfordert. Dennoch liefert
er trotz seiner Kompaktheit wesentliche Informationen für die
Erstdiagnostik. |
| Dieser Fragebogen steht seitdem allen Hamburger Ärzten,
Psychologen und Physiotherapeuten aus Praxis und Klinik zur Verfügung, die
an unseren Schmerzkonferenzen und Veranstaltungen teilnehmen, außerdem
den Mitgliedern des Hamburger Schmerz- Verbundes. |
| Die in diesem Instrument enthaltene Zeichnung stammt aus dem
allerersten DGSSchmerz- Fragebogen aus dem Jahr 1985. Die Adjektive, die sich
von denen aus bekannten Fragebögen deutlich unterscheiden, sind den
Erfordernissen der Akutdiagnostik angepasst. |
| Die allgemein bekannte visuelle Analogskala wurde so
modifiziert, dass die Zielvorstellung keine Schmerzen für die
Patientinnen und Patienten nach rechts gesetzt wurde (bekannt aus dem
Heidelberger Schmerz-Tagebuch der DGS). |
| Auch dieser Fragebogen wird von den Patienten selbst
ausgefüllt. Er bietet damit eine auch im Zweifelsfall juristisch
relevante Dokumentation der Ausgangssituation vor dem Einsatz weiterer
Untersuchungen und der Therapie. |
| Der Einsatz sei an
einigen Beispielen kurz skizziert: |
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Der erste Blick auf die
visuelle Analogskala erlaubt schon dem Assistenzpersonal eine erste
Entscheidung, ob der Patient sofort vorzustellen ist oder ob in der Praxis oder
in der Notaufnahme die aktuelle Arbeit ohne Unterbrechung abgeschlossen werden
kann. |
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Bei Patienten mit akuten
Rückenschmerzen und Ischias erlauben die Angaben die
Unterscheidung zwischen radikulären und nicht radikulären Schmerzen,
wobei die Zeichnung auf den ersten Blick ein dringendes operatives Vorgehen
ausschließen oder erwägen lassen kann. |
 Hamburg in
Vorreiterposition. |
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Auch evtl. vorgesehene Verfahren der
interventionellen Schmerztherapie müssen überdacht werden, wenn
multiregionale oder ubiquitäre Schmerzen angegeben werden. |
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Bei Patienten mit akutem Zoster
erlaubt die Zeichnung die meist recht exakte segmentale Zuordnung der
Erkrankung. |
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Ein Cluster-Kopfschmerz ist zumindest unwahr- scheinlich, wenn
die Eintragungen im Körperschema beidseitig im Gesicht erfolgt sind und
die Adjektive nicht passen. |