| Methodik |
| Nach Genehmigung durch die Ethikkommission und schriftlichem
Einverständnis wurden 300 Patienten nach einem größeren
abdominellen Eingriff in die Studie eingeschlossen. Vor Ende der Operation, die
in standardisierter Allgemeinanästhesie durchgeführt wurde, wurden 1
g Metamizol, 100 mg Tramadol und 10 mg Metoclopramid i.v. infundiert. Im
Aufwachraum konnte zusätzlich bei Bedarf Tramadol (maximal 3 mg/kg KG)
titriert werden, bis ein Schmerzscore von <40 (Numerische Ratingskala
0100) erreicht wurde. Die weitere Analgesie erfolgte mit Tramadol (20
mg/ml), Metamizol (200 mg/ml) und Metoclopramid (0,4 mg/ml) als PCA (Bolus 1
ml, Sperrzeit 8 Minuten) über 48 Stunden. Bei unzureichender Analgesie
wurde als Ausweichmedikation Piritramid i.v. titriert. |
 Romantisches Münster. |
| Demographische und OP-relevante Daten,
Analgetikaverbrauch, Bedarf an Ausweichmedikation und die Schmerzscores in Ruhe
und unter Belastung wurden über 48 Stunden dokumentiert und zwischen PM
(Poor Metabolizer) und EM (Extensive Metabolizer) verglichen. Primärer
Endpunkt war das Ansprechen der Patienten auf die Medikation (Response).
Patienten wurden als Responder eingestuft, wenn sie während der
48-stündigen Untersuchungsphase keine Ausweichmedikation benötigten
und im abschließenden Patientenfragebogen ihre Zufriedenheit mit der
Schmerztherapie äußerten. Ein Patient wurde als Nonresponder
eingestuft, wenn er Ausweichmedikation benötigte oder im
abschließenden Fragebogen eine negative Beurteilung abgab. |
| Die Genotypisierung erfolgte aus EDTABlut des
Patienten. Mit Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Echtzeit-PCR wurden die
Mutationen *3 (A 2637 del), *4 (G 1934 A), *6 (T 1795 del), *7 (A 3023 C), *8
(G 1846 T) und *14 (G 1846 A) sowie die *5-Deletion untersucht. |
| Ergebnisse der Genotypisierung |
 |
| Die Allelhäufigeit im Gesamtkollektiv entsprach Befunden aus
früheren Untersuchungen, mit dem CYP2D6*4 Polymorphismus als am
häufigsten gefundene genomische PM-assoziierte Variabilität
(Allelhäufigkeit 0,21). Insgesamt 35 Patienten wiesen zwei nicht
funktionelle Allele auf und wurden als PM eingestuft. Alle Patienten mit
mindestens einem Wildtypallel (98 heterozygote, 9 mit Duplikationen, 158 ohne
Nachweis einer Mutation) wurden als EM kategorisiert. |
| Ergebnisse der klinischen Untersuchung |
| Von 271 Patienten standen vollständige Daten für die
48-stündige klinische Untersuchungsphase zur Verfügung. |
| Demographische und OP-abhängige Variablen waren
vergleichbar zwischen EM (n=241) und PM (n=30). Der Anteil der Nonresponder war
in der PM-Gruppe (46,7%) signifikant höher als in der EMGruppe (21,6%,
p=0,005). |
| Im Aufwachraum musste bei den PM mehr Tramadol
titriert werden als bei EM: 144,7±22,6 vs. 108,2±56,9 mg
(p<0,001). Weiterhin benötigten PM im Aufwachraum häufiger
Ausweichmedikation als Patienten mit wenigstens einem Wildtypallel (43,3%
versus 21,6%, p=0,02). Der kumulative, über PCA applizierte
Tramadolverbrauch betrug bis zur 24. Stunde bei den PM 656±265 mg, bei
den EM 532±240 mg. Während der 48-stündigen PCA-Periode
erhielten zusätzlich 26,7% der PM und 11,6% der EM
Ausweichmedikation. |