| Tumorkranke leiden unnötig |
| Erhebliche Mängel stellt der Arbeitskreis
Tumorschmerztherapie der DGSS e.V. fest. Von den 250000 Tumorkranken erhalten
nur die Hälfte eine ausreichende Schmerzbehandlung, informierte Dr. GERHARD HEGE-SCHEUING, Ulm. Seit über 17 Jahren gibt es
die WHO-Behandlungsrichtlinien, es gibt wirksame Medikamente und
Behandlungsverfahren, aber diese erreichen nach wie vor nur einen kleinen Teil
der Patienten. Die Hemmnisse für eine qualifizierte Versorgung sind in der
mangelnden Ausund Weiterbildung in der Schmerztherapie und der Palliativmedizin
zu suchen. Zudem fehlen Versorgungsstrukturen und das Problem wird nach wie vor
vernachlässigt. |
| In der Krebsbehandlung muss der Schmerztherapie und
Symptomkontrolle ein angemessener Platz eingeräumt werden, mahnte
Hege-Scheuing. Viele Modellprojekte haben gezeigt, dass eine effektive
Krebsschmerztherapie und Palliativmedizin auch ambulant zu Hause möglich
ist. Für spezielle Probleme sind darüber hinaus flächendeckend
auch Hospize und Palliativstationen einzurichten. Diese fehlen bislang
besonders in den neuen Bundesländern. Wir brauchen neben intensiver
Grundlagenforschung endlich die Umsetzung der integrierten Versorgung auch bei
Patienten mit Krebs, insbesondere in den neuen Bundesländern und den
Flächenländern, mahnte Dr. WOLF DIEMER,
stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Tumorschmerztherapie, Greifswald.
Eine optimale Lebensqualität für die Betroffenen und ihre Familien
ist nur dann zu erreichen, wenn die Tumortherapie mit den Möglichkeiten
der Tumorschmerztherapie und Symptombehandlung kombiniert wird. |
| Spinal Cord Stimulation |
 Münster bei Nacht. |
| Die epidurale Hinterstrangstimulation des Rückenmarks ist
ein elegantes Verfahren bei therapieresistenten neuropathischen Schmerzen,
erläuterte H. HARKE, Krefeld. |
| Über die elektrische Erregung der Hinterstrangsysteme werden
die nozizeptiven Impulse in sensibilisierten Synapsen durch die Aktivierung
inhibitorischer Neurone moduliert. Zeitgleich werden die zentral hemmenden
Systeme im periaquäduktalen Grau aktiviert. Indikationen für die SCS
sind Radikulopathien, Plexusläsionen, Phantomschmerz oder auch
postzosterische Neuralgien, denen alle eine zentrale Sensibilisierung zugrunde
liegen. |
| Da die dem Hinterstrangsystem angelagerten
sympathischen Kerngebiete des Rückenmarks in ihrem efferenten Teil mit
inhibiert werden (Sympathikolyse), können auch Schmerzen bei Angina
pectoris, peripherer AVK oder bei der sympathischen Reflexdystrophie
günstig beeinflusst werden. |
| Die Erfolge liegen
zwischen 80 bis 100%, bei Neuropathien zwischen 40 bis 80%. Dank der
technischen Entwicklung perkutan einführbarer flexibler Elektroden ist die
Ansprechbarkeit derartiger Erkrankungen sehr einfach zu testen. Bei Respondern
können dann unter strenger Asepsis permanente Elektroden implantiert
werden. |